Seminar-Archiv
(keine aktuellen Termine, Seminare auf Anfrage)
Die Kunst der Inszenierung -
Intensivkurs Regieberatung
Dieses Seminar behandelt grundlegende Fragen der Puppentheaterinszenierung.
- Wie nähere ich mich einem Stoff an?
- Welche Mittel erfordert das Thema, diese Geschichte?
- Welche Möglichkeiten des Puppentheaters sind dafür besonders geeignet und warum?
- Welche künstlerische Umsetzung wähle ich?
- Wie komme ich zu Entscheidungen auf dem Weg der Inszenierung?
- Welches Arbeitsmodell ist für mich das richtige?
- Wie kann effektive Probenarbeit aussehen?
- Wie realisiere ich diese?
Nur ein kleiner Ausschnitt aus dem riesigen Fragenkatalog, der (meist allein) inszenierenden Puppenspielern begegnet.
Mit diesem Fragenkatalog wollen wir uns individuell, produktiv und lösungsorientiert beschäftigen.
Die Teilnehmenden haben während des Seminars die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte im aktuellen Inszenierungsstadium vorzustellen, sich mit der Dozentin/Regisseurin auszutauschen und sich bei ihr und in der Gruppe Anregungen für die Inszenierungsarbeit zu holen.
Über die Analyse des vorhandenen szenischen Materials (Figuren, Bühne, Text, Konzept, Modell, Spielfassung...) er- oder bearbeiten wir das Inszenierungskonzept, strukturieren die Probenarbeit und erproben dies im zeitlichen Rahmen des Seminars. Dabei werden verschiedene Arbeitsmodelle kennengelernt und eigene Vorgehensweisen können dazu ins Verhältnis gesetzt werden.
Diese Werkstattarbeit versteht sich als Motivationsschub, fachliche Beratung und produktiver Austausch auf dem eigenen konkreten Inszenierungsweg.
Mit der Anmeldung reichen die Teilnehmer ihren stückbezogenen Fragenkatalog ein und stellen ihr Projekt der Dozentin kurz vor. Im Seminar selbst wird die angestrebte Inszenierung im jeweiligen Zustand vorgestellt.
Theater der kleinen Form
Anlässe gibt es sicher genug, sich kleinen, in der Bühnengröße und in der zeitlichen Dauer überschaubaren Theaterstücken als PuppenspielerIn zu widmen. Mal wird ein zehnminütiges Stück für eine Gala angefragt, oder einzelne in sich abgeschlossene Episoden werden in ein Abendprogramm zusammen fließen oder einfach nur: das Bühnengepäck soll endlich mal reduziert werden!
Lyrische Texte eignen sich vor allem durch ihre Kürze, ihre strenge Form, ihre Dichte (Ausdruckskraft) und sprachliche Ökonomie (Prägnanz), ihre Subjektivität und ihren Bezug auf ein lyrisches Subjekt (z.B. ein lyrisches Ich) gut, um eine kleine Theaterform zu erproben.
In diesem Inszenierungsprojekt werden aus einer Textauswahl in Einzel – und Gruppenarbeit für die jeweiligen Gedichte szenische und bildnerische Konzepte entwickelt und im Laufe des Seminars bis zu einer öffentlichen Aufführung umgesetzt.
Wir suchen parallel zur sprachlichen Gestaltung nach den Darstellungsmöglichkeiten mit Material, Objekt und Puppe. Dabei entdecken wir Formen angelehnt an das Papiertheater, experimentieren mit Licht und Schatten und forschen nach dem Ausdruck und der erzählenden Bildsprache formbarer Materialien wie Papier und Knete.
Im Arbeitsprozess entstehen für die einzelnen Texte eigene Bühnenräume. Die Rolle des Darstellers/der Darstellerin in ihnen spielt dabei eine wesentliche Rolle.
So werden die SeminarteilnehmerInnen in einem 14 tägigen Zeitraum mit den Dozentinnen Anne Swoboda (Regie und Puppenspiel), Annekatrin Heyne (Puppen-, Objekt- und Bühnenbau) und Dorothea Theurer (Sprecherziehung) lyrische Texte verschiedenster Art aus eigenem Blickwinkel in theatralen Darstellungsformen erarbeiten.
Zum Abschluss des Projektes werden die Arbeitsergebnisse in einer Werkschau dem Publikum vorgestellt.
Das Seminar richtet sich an PuppenspielerInnen und solche, die es werden wollen. Grundlagen des Puppenspiels und in der bildnerischen Gestaltung werden vorausgesetzt.
Eigene Textvorlagen können in Abspache mitgebracht werden, sind aber nicht Voraussetzung.
Grundausbildung Figurentheater Stufe II
MiniDramen in Szene gesetzt
MiniDramen sind Kürzeststücke, szenische Reduktionen, dramatische Bagatellen – sind minimal art.
Ein MiniDrama ist mehr die Idee als deren Realisierung, ist mehr Situation als deren Analyse, ist oft der kürzeste Weg zur erhellenden Pointe. Kein Wunder, dass es vor allem die Jahre um die Jahrhundertwende, die Zwanziger und dann die befreienden und aufmüpfigen Fünfziger und Sechziger Jahre waren, in denen MiniDramen entstanden. Ihre Autoren waren weniger die beschreibenden, didaktisch-ideologischen, sondern eher die spielerisch destruktiven.
Im MiniDrama sprengt anarchische Lust die Formen der Welt und die des Theaters in lauter kleine Stücke, um in den Splittern selbst ein MiniWeltTheater zu entdecken.
Für die Seminar- und Probenarbeit in der Aufbaustufe werden solche MiniDramen szenische Grundlage sein. Dabei sollen je nach inhaltlicher Vorlage verschiedene Formen des Puppenspiels kennengelernt und spielerisch angewendet werden. Kombinationen von Handpuppenspiel und Schattenspiel, offene Spielweise mit direkt geführten Figuren und Formen des Materialtheaters bei der Entwicklung des Bühnenraumes und die Rolle des Puppen-/Schauspielers werden uns bei der Erarbeitung dieser kurzen Theaterstücke beschäftigen. Dabei arbeiten die Teilnehmerinnen in Kleingruppen und solistisch. Am Ende der Ausbildung in der Aufbaustufe fügen sich die erarbeiteten Splitter zu einer Werkstattaufführung zusammen.
Erlkönig trifft Loreley
Inszenierungsprojekt Balladen
Wer kennt sie nicht, die gute alte deutsche Ballade?
Als Besonderheit der Ballade gilt die Vereinigung der drei Grundarten der Poesie - sie enthält epische, lyrische und dramatische Elemente.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts („Balladenjahr“ 1797 mit bedeutenden Balladen von Goethe und Schiller) und im 19. Jahrhundert entwickelt sich als „deutsche Ballade“ eine kunstvolle Gedichtform (z.B. Goethes „Erlkönig“ sowie Balladen von Schiller, Mörike, Droste-Hülshoff, Heine, C. F. Meyer oder Fontane).
Thematisch setzt sich eine Ballade mit den Erlebnissen, Erfahrungen und Beziehungen der Menschen auseinander und stellt diese im Verhältnis zur Natur- und Totenwelt dar. Eine Ballade ist also ein Gedicht, in welchem zumeist anschaulich und spannend ein besonderes Ereignis erzählt wird.
In diesem Inszenierungsprojekt wollen wir uns auf neuen Wegen diesem literarischen Genre widmen.
Ausgehend von den Texten wird gesprochen, gespielt, gerissen, gefaltet, gesungen, gemalt, geleuchtet, geflüstert, geschnitten, gebaut, ... und so enstehen mit Worten und Bildern kleine Theaterstücke in jeweils eigenem Bühnenbild.
Als wesentliches Material der bildnerischen Umsetzung wird uns Papier in seinen vielfältigen Formen und Verarbeitungsmöglichkeiten begleiten.
Die Seminarteilnehmer/innen werden in einem 14tägigen Zeitraum mit den Dozentinnen Anne Swoboda (Regie und Puppenspiel), Annekatrin Heyne (Puppen-, Objekt- und Bühnenbau) und Dorothea Theurer (Sprecherziehung) einzeln oder im Duo deutsche Balladen aus eigenem Blickwinkel in theatralen Darstellungsformen erarbeiten.
Zum Abschluss des Projektes werden die Arbeitsergebnisse in einem Balladenabend dem Publikum vorgestellt.
Erzähl(en) - Puppen – Theater
Freies Erzählen und Puppenspiel
Das Seminar richtet sich an Erzähler und Puppenspieler (und solche die es werden wollen) und lebt von der Begegnung dieser beiden Professionen.
Geschichtenerzählen erlebt in Deutschland seit 2000 eine neue Popularität.
Im Gegensatz zum Theater wird beim Storytelling frei erzählt. Eine lebendig erzählte Geschichte gewinnt die Aufmerksamkeit und Konzentration anderer Menschen leichter als eine nüchterne Ansprache.
Die Zuhörer versuchen, die Handlung, den Sinn, die Metaphern zu erfassen und die darin enthaltene Weisheit zu verstehen; sie werden in den Erzählvorgang einbezogen, erleben die Geschichte mit.
Für Kinder und Erwachsene wird erzählt und es kann sich dabei sowohl um traditionelle Geschichten, wie z.B. Märchen, Mythen und Sagen, als auch um moderne literarische Vorlagen handeln.
In diesem Seminar wollen wir das freie Erzählen mit dem Puppenspiel verbinden. Die Begegnung mit Wort, Klang und Bild und die Einbindung minimaler theatraler Elemente führen uns in das Land der Sprache und Fantasie.
Wir arbeiten am eigenen Erzählstil, formen den Erzählausdruck und nutzen Übungen aus dem Bereich der Sprecherziehung.
Literarische Vorlagen werden wir für das mündliche Erzählen aufbereiten.
Speziell aber lenken wir unseren Blick auf den Einsatz von Puppe, Objekt und Material im Erzählvorgang. Dabei bewegen wir uns im Grenzbereich zu Formen des Erzähltheaters und untersuchen die Rollen von Erzähler und Puppe. Mögliche Spielformen werden erprobt und die dazu nötigen (Puppenspiel-)Techniken vermittelt.
Voraussetzung für die Arbeit in der Kleingruppe ist eine eigene Geschichte (Märchen, Sage) von maximal 1½ A4 Seiten Textlänge, die frei erzählt werden kann. Puppen, Objekte oder Material, mit denen diese erzählt werden kann, und eine Umsetzungsidee sollten ebenfalls im Gepäck sein.
Am Ende des Seminars werden die individuell erarbeiteten Geschichten einem Publikum weitererzählt.
Es lebe die Handpuppe!
Spiel mit Hand- und Klappmaulpuppen
Handpuppen faszinieren mit ihrer Lebendigkeit Kinder und Erwachsene. Klappmaulpuppen haben schon längst Theaterbühnen, Comedyclubs und Fernsehen erobert.
Das lebendige Spiel mit der traditionellen Handpuppe und verschiedenen Formen der Klappmaulpuppe soll Zentrum dieses Spielseminars sein.
Kasper, Tod und Teufel, der Tischtennisball auf dem Puppenspielerfinger, die Figuren aus der Sesamstrasse, Puppen aus der pädagogischen Praxis oder Figuren klassischer Theaterstücke – alles Handpuppen? Die Bandbreite im Spiel mit Hand- und Klappmaulpuppen reicht vom derben Jahrmarktstheater bis weit über den Theaterklassiker hinaus.
Aber wie werden sie im Spiel lebendig? In welchen Räumen können sie agieren und welche Rolle spielt der sichtbare oder unsichtbare Puppenspieler?
Antworten auf diese und eigene Fragen rund um Spielmöglichkeiten und Einsatz der Hand – und Klappmaulpuppen werden wir in diesem Seminar finden.
Methodische Grundlage werden dabei Übungen aus dem Bereich der Körperarbeit und das Handmitteltraining sein. Über die Sprach– und Bewegungsfindung der Handpuppe im spielerischen Prozess entwickeln wir individuell ausgehend von den Figuren kleine Spielszenen.
Bitte mitbringen: bequeme Kleidung, dicke Socken, eigene Hand– und Klappmaulpuppen.
Geschichten aus dem Koffer
Figurentheater der kleinen Form
Für Interessierte aus den Bereichen Figurentheater, Erzähltheater, bildende Künstler
In dieser Spielwerkstatt lenken wir den Focus auf das Figurentheater der kleinen Form. Dabei bringen wir Materialien und Objekte ins Spiel, lernen neue und alte Formen des Papiertheaters und des Schattenspiels kennen und nutzen die Möglichkeiten direkt geführter Figuren.
Aus diesem reichen Fundus des Figurentheaters schöpfen wir und inszenieren kurze abgeschlossene Szenen in, auf und mit einem Koffer. Alles, was in einen (kleinen) Koffer passt, darf dabei sein!
Geschichten vom Suchen und Finden, Reisen und Ankommen sind thematische Grundlage unserer spielerischen Auseinandersetzung. Dabei können sowohl von den Teilnehmern/innen mitgebrachte Texte und Figuren wie auch Angebote der Dozentin in die Probenarbeit einfliessen.
Am Ende des Seminars nimmt jede/r einen Koffer voller Ideen und eine eigene Koffergeschichte mit auf die Heimreise.
Jede/r Teilnehmer/in bringt einen Koffer und einen zum Thema passenden Text mit.
Theaterspiel mit Hand und Fuß
Handspiel - Spielhand
Ausgehend von der Hand als Spielmaterial werden wir diese im ersten Werkstattteil als Spielmaterial neu entdecken. Weitere Anregungen im spielerischen Umgang bieten Farben und Handschuhe. Über diesen material- und animationsorientierten Weg nähern wir uns der Handpuppe und deren Spiel - und Ausdrucksmöglichkeiten.
Schritt um Schritt
Das impulsgebende Spielmittel im zweiten Werkstattteil sind Schuhe. Aus ihnen und mit ihnen entwickeln sich Szenen.
Hier führt der methodische Weg von der Beobachtung und Assoziation, über das Kennenlernen von Bewegungsübungen und Körperarbeit zur Improvisation eigener Schuhgeschichten.
Im Gegensatz zum Sport dient das Körpertraining im Theater nicht einfach der körperlichen Ertüchtigung; Ziel ist es nicht, physische Leistungen zu erbringen. Vielmehr sollen Körperübungen die Spieler dazu befähigen, auf spielerische und spannende Weise eine Geschichte zu erzählen.
Wir richten in dieser Werkstatt unseren Blick auf die Hände und Füße, um uns so, Schritt für Schritt, auf den Weg zu spielerischen Aktionen zu machen.