Inszenierungsseminar SommerMärchen

Märchenfiguren – in der Kindheit haben wir von ihnen gehört oder gelesen, haben uns mit ihnen identifiziert und irgendwie leben sie in uns weiter. Wir haben mit ihnen gelitten, geliebt und gesiegt. Aber wir geben uns dem Zauber nicht mehr kommentarlos hin, sondern durchleuchten diese skurrilen Geschichten. Wir erkennen Volksweisheiten und soziale Zusammenhänge, wir füllen die Worte der Märchen mit konkreten Erfahrungen. Wir glauben nicht mehr an Prinzessinnen und wir hinterfragen die Brutalität und die Moral vieler Märchen. Und trotzdem haben sie nichts von ihrer Faszination verloren, nicht bei den Kindern und nicht bei uns Erwachsenen.

In diesem Themenkreis bewegt sich das Sommerseminar, welches sich an Interessierte mit und ohne Märchenerfahrung aus den Bereichen Figurentheater, Erzähltheater und Theaterpädagogik wendet.

Die Brüder Grimm sammelten aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen Volksmärchen und gaben im Jahre 1812 die erste Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen heraus. Wir verwenden für unser Seminar ausschließlich Texte dieser Urfassung.

Ausgehend von der tiefergehenden Beschäftigung mit Märchen erforschen wir in spielerischen und bildnerischen Übungen unterschiedlichste Zugänge. Spiel- und Erzählformen mit Material und Puppe werden ausprobiert. Dabei lernen wir Grundzüge einer Inszenierungsarbeit kennen. Durch exemplarische Requisiten, kleine Figuren und Objekte sowie Spielsequenzen werden wir Zuschauer anregen, Bildhaftes selbst vor ihren geistigen Augen zu komplettieren, zu imaginieren und die eigene Phantasie zu benutzen, um sich ein eigenes „Bild“ des Erzählten und Gespielten zu verschaffen. Diese Umsetzungsart stellt einen Gegenentwurf zur heutigen schnellen Bilderwelt des Medienzeitalters dar. Den Bildern im Kopf wird Autonomie zurückgegeben, Freiraum für die individuelle Bilderwelt entsteht. Die Übertragung volkstümlich überlieferter Texte in erzählende Vorgänge ist dabei Grundlage auf der Suche neuer Formen visuellen Theaters.

Innerhalb der Seminarwoche können dabei eigene Zugänge zu einem Märchenstoff entstehen und es wird das Potential eröffnet, eine Märcheninszenierung selbst zu entwickeln.

„Es war einmal, es wird einmal, es gibt kein wenn und kein vielleicht.“

Ort:

Freie Bildungsstätte für Figurentheater Hof Lebherz

Zeitraum:

17.-21. August 2020

Teilnahmegebühr:

350,00 €

Bei Buchung bis zum 24.12.2019 erhalten Sie 15% Rabatt auf die Teilnahmegebühr, 5% bei Buchung bis 4 Monate vor Seminarbeginn.

6-8 Teilnehmer/innen

Anmeldung:

Die Anmeldefrist endet am 17. Mai 2020.

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