DIE GESCHICHTE VON BABAR, DEM KLEINEN ELEFANTEN

Eine Produktion des Konzerthauses Berlin

Ein musikalisches Theater mit Puppen und Objekten für eine Spielerin und eine Pianistin nach der Geschichte von Jean de Brunhoff, mit Musik von Francis Poulenc.

Für Kinder ab 4 Jahren.

Babar, der kleine Elefant, ist in den mehr als siebzig Jahren, die seit seiner „Geburt“ vergangen sind, wohl zu einer der bekanntesten Tierfiguren der Kinderbuchliteratur geworden. Geboren wurde er im Kinderzimmer der französischen Familie de Brunhoff als Hauptperson einer Gutenacht-Geschichte, welche die Mutter Cecile ihren Söhnen Laurent und Mathieu erzählte. Die Geschichte gefiel den Kindern und sie baten ihren Vater, den Maler Jean de Brunhoff, Bilder dazu zu malen.

„Histoire de Babar le petit éléphant“ erschien 1931 als reich bebildertes Kinderbuch und war so erfolgreich, daß sie schon bald in viele Sprachen übersetzt wurde. Die erste deutsche Ausgabe erschien 1946. Zu dieser Geschichte hat der französische Komponist Francis Poulenc eine wunderbare Musik komponiert.

Die Idee, Babar „auf die Tasten zu bringen“, verdanken wir einem kleinen Mädchen aus Poulencs Verwandtschaft. Es kritisierte sein Klaviergeklimper, stellte ihm das Babar-Buch aufs Pult und meinte: „Warum spielst du nicht das?“ Es dauerte jedoch einige Jahre, bis sich Poulenc ernsthaft an die Ausarbeitung des Stücks machte. 1945 war die Komposition fertig.

Die im Konzerthaus erklingende Klavier-Version ist die originale Fassung; die weitverbreitete Orchesterfassung hat nicht Poulenc, sondern Jean Francaix eingerichtet.

In der Inszenierung des Konzerthauses führt ein „Vorspiel“ zu dem eigentlichen Beginn der Geschichte hin. In ihm werden die kleinen Zuschauer und -hörer mit allem bekannt gemacht, was in der folgenden Aufführung dazu beiträgt, die Bilder, die Jean de Brunhoff und Francis Poulenc mit Pinsel und Musik gezeichnet haben, vor unseren Augen lebendig werden zu lassen.

Ausgehend von den Klängen der Komposition werden die Abenteuer des kleinen Elefanten durch das Spiel mit Raum, Puppen und Objekten lebendige Realität. Bild, Sprache und Musik lassen das Publikum an Babars Erlebnissen teilhaben.

Mit freundlicher Unterstützung von Zukunft Konzerthaus e.V.

Buch und Spiel: Anne Swoboda
Klavier: Angela Gassenhuber
Regie: Helmut Geffke
Ausstattung und Puppen: Annekatrin Heyne
Objekt-Bau: Ewald Otto
Kostüme: Petra E. Becker
Licht: Ingo Schulz
Produktionsassistenz: Marlene Weickmann
Dramaturgie und Produktionsleitung: Gabriele Nellessen

Premiere: 3.2.2007

Pressestimmen

albannikolaiherbst – Dienstag, 22. Februar 2011, 14:24- Rubrik: Oper

Francis Poulencs „Babar” nach Jean de Brunhoff am Konzerthaus Berlin. Musiktheater für Kinder.

Zu den beliebtesten Inszenierungen für Kinder im Musikclub des Konzerthauses Berlin gehört, neben dem großartigen Satie die liebevoll verspielte Arbeit zu Brunhoffs „Babar, der kleine Elefant” von 1931, zu der Francis Poulenc in den Vierzigern musikalische Illustrationen für das Klavier schrieb. Die Geschichte selber, ausgelöst von einem solchen Schockerlebnis, daß der erwachsene Zuschauer sie für Traum und Verarbeitung halten kann, vielleicht sogar für die letzte Glücksfantasie eines sterbenden Elefantenkalbs, ist ein lose aneinandergereihter Bilderbogen aus den sanften Wunschwelten eines Kindes um Aufgenommen- und Aufgehobensein. Kindliche Zuschauer erleben so etwas nicht als Metaphern, sondern konkret, die kindliche Fantasie glaubt, und letztlich funktioniert dies hier wie ein Kasperletheater, das sich der schwebenden Poesie verschrieben hat, nicht aber dem Spaß fürs Volk. Denn es geht sanft in Babars Kopf zu, selbst das Absurde wird niemals grotesk.

Mit liebevoller Leichtigkeit spielen Anne Swoboda, die auch das Buch schrieb, und am Klavier Angela Gassenhuber das aus. Diese gibt ganz zuweilen auch die französische Sprache hinein – was eine feine Verbeugung vorm Original ist, aber auch dramaturgisch etwas Fremdes in die Inszenierung bringt, das den Traumcharacter unterstreicht. Dabei bedient man sich ganz alter einfacher Bühnenstandards: wenn Frau Swoboda zum Beispiel einen leuchtenden Mond, den man doch gar nicht anfassen kann, quer über den schwarzen Bühnenrücken schiebt oder die Bühne über Miniaturbühnen verkleinert wird, in denen man entweder Handschatten spielt, oder es sind handgefertigte Kulissen von Puppenbühnengröße, die Tableaux vor unsre Augen stellen: der Akt der Konzentration auf sie erhöht die Imaginations-, ja Zauberkraft des Stücks. Einzelne Halbmodelle lassen sich öffnen, so daß wir ins Innere der Häuser, ja in ein Kaufhaus schauen können, worin es einen Fahrstuhl gibt. In den wird der kleine Elefant hineingesetzt, dann zieht Frau Swoboda an der Schnur, und siehe da: der Fahrstuhl bringt Babar nach oben. Wo er eingekleidet wird, weil’s ihm eine freundliche Dame bezahlt, die ihn auch aufnahm in der Stadt. Babar lernt da, Auto zu fahren.

Schließlich aber kehrt er in die Dschungel zurück, wo er natürlich König wird, der seine Königin findet, und alle Tiere kommen, für die Hochzeitsfeier, zu Gast. Da wird das Tableau zur Drehbühne selbst, und hinterher gehen die Zuschauerkinder auf die kleine Bühne, um es zu bestaunen. Nur anfassen, bitte, solln sie es nicht.

Die Ausstattung allein ist schon das Traumlob wert, Poulencs Musik dazu pfiffig bis leise melancholisch und vorgetragen mit harmloser Freude am Spiel. Hier ist man, und bleibt es, in Sandmännchens Reich, darinnen selbst der eine, ein allerschlimmster, Schock nicht zu Entsetzen wird, sondern in weiche Kissen fällt, und eine Federdecke Trost legt sich mit Sanftmut darüber.

Für Berliner Kitas sind dieses Stück und seine Inszenierung eine ganz unbedingte Empfehlung.

Die nächsten Termine:


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